Kambodscha: Samwat und das Hofbräuhaus

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Vom Bett bis zum Bad hat Samwat es nicht weit. Er rollt sich aus der Hängematte, die er im Anhänger seines Tuc Tucs zwischen den Pfosten gespannt hat, und geht zum Waschbecken. Das hängt unter freiem Himmel neben dem Hotel, für das er fährt.

Das Hotel, unweit von Nationalmuseum und der renommierten Preah Sisowath High School, hat viele Zimmer auf 14 Etagen. Kunden muss er sich mit 14 weiteren Tuc-Tuc-Fahrern teilen. An guten Tagen verdient er 25 US-Dollar, an nicht ganz so guten knapp zehn. Davon können freie Tuc-Tuc-Fahrer oft nur träumen.

Das Hotel sorgt für frische Wäsche und vermittelte auch die blau-weiße Anzeige, die auf dem Heck von Samwats Tuc-Tuc prangt: Bier aus München, vom Hofbräuhaus, für das ein kambodschanischer Importeur wirbt. Samwat gefällt das Motiv.

Vor ein paar Jahren kam er von einem Dorf an der vietnamesischen Grenze nach Phnom Penh. Jetzt ist er 24. Irgendwann will auch er eine Familie gründen. Dann würde ihm das Hotel wahrscheinlich genauso ein Zimmer bereitstellen, wie den vier Tuc-Tuc-Kollegen, die verheiratet sind und Kinder haben. Bis dahin kann es noch dauern, solange macht er es sich nachts eben in der Hängematte bequem.

Eine Antwort

  1. […] plus computergesteuerter Motorkühlung, das gibt es nur selten auf den Straßen von Phnom Penh. Mit Samwat, dem Tuc-Tuc-Fahrer meines Vertrauens, begebe ich mich auf eine Tagestour jenseits der […]

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